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Die Akte, für die Ninas Vater sterben musste / Chapter 3 / 7

Chapter 3 — Die Akte, für die Ninas Vater sterben musste

4.9Editorial score

„Du bist trotzdem gekommen.“

Trotz der Schüsse hätte sie fast gelacht.

Ein schwarzer Geländewagen durchbrach das äußere Tor.

Männer in taktischer Kleidung sprangen heraus.

Keine Polizeimarken.

Keine erkennbaren Abzeichen.

Luca schob Nina seine zweite Waffe zu.

Sie nahm sie nicht.

„Ich kann nicht schießen.“

„Dann bleib hinter mir.“

„Ich habe dich gestern gerettet.“

„Mit einer Flasche.“

„Sie hat funktioniert.“

Die Lagertür begann sich von außen zu öffnen.

Luca feuerte auf den Mechanismus.

Funken sprühten, die Tür blieb halb offen.

Einer der Angreifer zwängte sich hindurch, doch Nina riss einen Feuerlöscher von der Wand und stieß ihn gegen den Spalt.

Der Mann verlor das Gleichgewicht.

Luca entwaffnete ihn und zog ihn ins Innere.

„Wie viele?“ fragte Luca.

Der Mann schwieg.

Nina kniete neben ihm und zog sein Telefon aus der Tasche.

Auf dem Display stand eine einzige Nachricht: Keine Überlebenden.

Akte sichern.

Darunter befand sich das Kürzel D.R.

Daniel Reeves.

„Marco ist nicht der Einzige, der uns tot sehen will“, sagte sie.

Luca sah auf die Nachricht.

„Dann ist Reeves nervös.“

„Das hilft uns nicht, wenn wir hier sterben.“

„Nervöse Männer machen Fehler.“

Luca zog Anthony hinter die Betonstütze und schnitt seine Fesseln durch.

Anthony konnte kaum stehen, kannte jedoch das Gebäude.

Vor Jahren hatte es einer Firma gehört, die über Marcos Netzwerk finanziert worden war.

„Es gibt einen Wartungstunnel“, sagte er.

„Unter dem Kühlraum.“

Sie erreichten den Tunnel, während weitere Kugeln durch die dünne Innenwand schlugen.

Luca ging zuletzt und verriegelte die Bodenklappe über sich.

Minuten später krochen sie durch einen engen Betonschacht, bis sie in einer stillgelegten Werkstatt zwei Straßen weiter herauskamen.

Dort wartete Nico.

Luca richtete sofort die Waffe auf ihn.

Nico hob beide Hände.

„Ich habe deine Nachricht bekommen, bevor das Netz zusammenbrach.“

„Ich habe dir keine geschickt.“

Nicos Gesicht veränderte sich.

Nina zeigte ihm das Telefon des Angreifers.

„Jemand wollte, dass du hier bist.“

Noch bevor Nico antworten konnte, erschienen Scheinwerfer am Ende der Straße.

Drei Fahrzeuge blockierten die Ausfahrt.

Diesmal stiegen uniformierte Bundesbeamte aus.

An ihrer Spitze ging Daniel Reeves.

Er war älter als auf dem Foto, silberhaarig und makellos gekleidet.

Er trug keine Waffe sichtbar, doch die Männer hinter ihm zielten bereits.

„Luca Moretti“, rief Reeves.

„Legen Sie Ihre Waffe nieder.

Sie sind wegen Verschwörung, Erpressung und versuchten Mordes festgenommen.“