„Das reicht jetzt.
Wir besprechen das später innerhalb der Familie.“
Bevor ich reagieren konnte, hatte er sie an sich gezogen.
Emmetts Anwalt stand auf.
Er war ein schmaler Mann namens Daniel Cho, dessen ruhige Art bei Verhandlungen meistens bedeutete, dass jemand anderes gleich ein ernstes Problem bekam.
„Nehmen Sie die Hand von dem Vertrag“, sagte er.
Nicholas ließ die Mappe nicht los.
„Das ist meine Hochzeit.“
„Und das ist fremdes Eigentum.“
Die Worte fielen leise, aber sie schnitten durch den Raum.
Nicholas legte die Mappe zurück.
Dann strich er sich über die Jacke, als könnte er damit die letzten dreißig Sekunden auslöschen.
„Natürlich“, sagte er.
„Ich wollte nur verhindern, dass Geschäftliches die Feier stört.“
„Interessant“, sagte Emmett.
„Vor fünf Minuten wollten Sie noch unbedingt mit mir über Geschäftliches sprechen.“
Victoria senkte den Blick.
An einem der vorderen Tische hustete jemand, um ein Lachen zu verbergen.
Nicholas’ Gesicht wurde rot.
„Ich weiß nicht, was Jenna Ihnen erzählt hat.“
„Nichts über Sie“, sagte Emmett.
Das traf ihn sichtbar härter als jeder Vorwurf.
Emmett wandte sich an mich.
„Sie haben nie erwähnt, dass Ihr Bruder heute heiratet, bis ich den Namen auf der Einladung gesehen habe.
Ich dachte zuerst, es müsse ein Zufall sein.“
„Ich trenne Arbeit und Familie.“
„Offenbar eine gute Entscheidung.“
Nicholas ballte die Hände.
„Mr.
Stewart, mit allem Respekt, Sie kennen die ganze Geschichte nicht.
Jenna war schon immer empfindlich.
Sie interpretiert Dinge falsch.
Der Sitzplatz war eine organisatorische Entscheidung.“
Parker hob den Kopf.
„Er hat gesagt, sie soll das Bild nicht kaputt machen.“
Mehrere Personen drehten sich zu dem Jungen.
Seine Mutter, die inzwischen vom Nebentisch herübergekommen war, legte ihm eine Hand auf die Schulter.
„Parker, Schatz.“
„Hat er aber“, sagte er.
„Und dass nur wichtige Leute vorne sitzen dürfen.“
Tante Beatrice öffnete plötzlich die Augen.
„Wer schreit hier so?“
„Niemand schreit“, sagte ich.
Sie setzte ihre Brille auf und blickte Nicholas an.
„Ach, du bist es.
Du hast schon als Kind geschrien, wenn du nicht im Mittelpunkt standest.“
Diesmal lachten mehrere Gäste offen.
Nicholas warf mir einen Blick zu, der keinen Zweifel daran ließ, wem er die Schuld gab.
„Du genießt das“, sagte er.
„Nein.“
Und das stimmte.
Ein Teil von mir wollte verschwinden.
Ich hatte mein Leben bewusst so aufgebaut, dass meine Arbeit im Vordergrund stand und nicht mein Name.
Ich liebte es, anderen dabei zu helfen, etwas Wahres und Klares zu sagen.
Ich brauchte keine Bühne.
Doch ich war nicht mehr bereit, mich verstecken zu lassen, damit Nicholas größer wirken konnte.