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Sie wollte meinen Zwilling stehlen – dann fiel mein Richtername / Chapter 3 / 7

Chapter 3 — Sie wollte meinen Zwilling stehlen – dann fiel mein Richtername

4.9Editorial score

„Privat ist vorbei.“

Die Polizistin nahm das Telefon entgegen und aktivierte den Lautsprecher.

„Mutter?“ Dereks Stimme klang gehetzt.

„Wo bist du? Karen sagt, im Krankenhaus gibt es Polizei.“

Eleanor öffnete den Mund, doch die Polizistin hob warnend die Hand.

Elena sprach zuerst.

„Derek.

Deine Mutter hat versucht, Leo mitzunehmen.“

Am anderen Ende entstand Stille.

„Was?“

„Sie hatte Verzichtserklärungen dabei.

Eine davon trägt eine gefälschte Unterschrift von mir.“

„Das ist unmöglich.“

Eleanor schloss kurz die Augen, als hätte sie gehofft, genau diese Antwort zu hören.

Dann sagte Derek: „Ich komme sofort.“

„Warst du beteiligt?“ fragte Elena.

Die Frage stand schwer im Raum.

„Nein“, antwortete er.

Seine Stimme war nun tiefer.

„Elena, ich schwöre dir, ich wusste nichts davon.“

Sie wollte ihm glauben.

Doch sie hatte zu viele Lügen gesehen, die mit einem Schwur begonnen hatten.

„Dann komm her“, sagte sie.

„Und ruf Karen nicht an.“

Der Anruf endete.

Kurz danach trat eine Krankenschwester namens Mara in das Zimmer.

Sie wirkte blass, aber entschlossen.

„Ich muss etwas sagen“, erklärte sie.

„Frau Sterling war schon heute Morgen hier.

Sie fragte mich, welcher Aufzug nicht von Besuchern überwacht wird.

Ich dachte, sie wolle nur den Presseraum vermeiden.“

„Warum den Presseraum?“ fragte die Polizistin.

Mara sah zu Elena.

„Weil gestern jemand aus dem Büro der Staatsanwaltschaft Blumen gebracht hat.

Frau Sterling hat das gesehen.

Sie fragte, warum eine arbeitslose Frau solche Besucher bekommt.“

Eleanor starrte sie an.

„Sie lügt.“

„Nein“, sagte Mara.

„Und sie fragte außerdem, wann die Babys üblicherweise zur Untersuchung gebracht werden und ob man eines früher entlassen könne.“

Donnelly notierte jedes Wort.

Wenige Minuten später kam eine Meldung über Funk.

Im Kurzzeitparkbereich stand ein Wagen mit laufendem Motor.

Auf dem Rücksitz befand sich ein leerer Kindersitz für Neugeborene.

Die Fahrerin war Karen Sterling.

Eleanors Gesicht verlor jede Farbe.

„Karen wollte nur ihre Mutter abholen.“

„Mit einem leeren Babysitz?“ fragte Elena.

„Sie hofft seit Jahren auf ein Kind.

Vielleicht hat sie den Sitz immer im Auto.“

„Dann wird sie das erklären können“, sagte die Polizistin.

Unten wurde Karen angehalten.

Sie weinte, noch bevor jemand sie offiziell befragt hatte.

Auf ihrem Telefon fanden die Beamten eine Nachricht von Eleanor, gesendet zwei Stunden zuvor.

Bring den Sitz mit.

Wir nehmen den Jungen heute mit.