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Sie warfen den Hotelbesitzer hinaus – vor seiner schlafenden Tochter / Chapter 4 / 8

Chapter 4 — Sie warfen den Hotelbesitzer hinaus – vor seiner schlafenden Tochter

4.9Editorial score

Zu spät.

Mara öffnete die Mappe.

Darin lagen Ausdrucke von Zugriffsprotokollen, gelöschten Beschwerden und internen Nachrichten.

Eine Nachricht stammte von Richard an Patricia, gesendet wenige Monate zuvor.

Gäste ohne Status nicht unnötig aufwerten.

Wir verkaufen ein Bild.

Wer nicht hineinpasst, darf das Bild nicht stören.

Patricia las die Zeile über Maras Schulter und wurde noch blasser.

„Er hat uns unter Druck gesetzt“, sagte sie plötzlich.

Richard fuhr herum.

„Patricia.“

„Sie haben immer gesagt, wir sollten problematische Gäste draußen halten.“

„Sie wussten genau, was professioneller Service bedeutet.“

„Sie haben meine Beförderung davon abhängig gemacht!“

Karla schob sich vom Tresen weg.

„Ich habe nur getan, was mir gesagt wurde.“

Ethan sah sie an.

„Hat Richard Ihnen gesagt, über die Rosen meiner verstorbenen Frau zu spotten?“

Karla verstummte.

Zum ersten Mal blickte sie zu dem zerdrückten Strauß in Ethans Hand.

Einige Blätter waren abgefallen.

Ein Stängel war gebrochen.

Lily regte sich wieder.

Diesmal öffnete sie die Augen.

„Papa?“ murmelte sie.

Sofort veränderte sich Ethans Gesicht.

„Ich bin hier, Schatz.“

Sie blinzelte in die helle Lobby.

„Sind wir im Hotel?“

„Ja.“

„Sind das Mamas Blumen?“

Ethan schluckte.

„Ja.“

Lily sah auf die Rosen und berührte vorsichtig den geknickten Stängel.

„Der ist kaputt.“

„Nur ein bisschen.“

„Wir können ihn trotzdem in die Vase stellen.“

Ethan lächelte zum ersten Mal an diesem Abend.

„Das können wir.“

Lily legte den Kopf wieder an seine Schulter.

Sie bemerkte nicht, wie mehrere Menschen in der Lobby plötzlich wegschauten, weil ihnen die Augen feucht wurden.

Ethan wandte sich an Mara.

„Welche Maßnahmen sind sofort möglich?“

„Wir können den General Manager bis zum Abschluss der Untersuchung suspendieren, seine Zugänge sperren und sämtliche Geräte sichern.

Für Patricia und Karla gilt dasselbe.

Danach erfolgen Einzelanhörungen.“

Richard schnaubte.

„Sie suspendieren die Leitung während der wichtigsten Gala des Jahres? Damit gefährden Sie Verträge in Millionenhöhe.“

Ethan sah durch die geschlossenen Türen zum Ballsaal.

„Verträge, die davon abhängen, dass wir Menschen erniedrigen, will ich nicht.“

„Das ist naiv.“

„Nein.

Naiv war zu glauben, Ihr Umsatz mache Sie unangreifbar.“

Richard senkte die Stimme.

„Ich habe dieses Haus profitabel gemacht.“

„Und dabei vergessen, was dieses Haus verkauft.“ „Zimmer.“