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Sie rettete den Milliardär – dann bedrohte sein Bruder ihre Mutter / Chapter 4 / 6

Chapter 4 — Sie rettete den Milliardär – dann bedrohte sein Bruder ihre Mutter

4.9Editorial score

„Aber was ist passiert?“

„Ich erkläre es dir später.

Geh bitte mit den Leuten mit.

Nur für heute Nacht.“

„Elena—“

„Bitte.“

Ihre Mutter hörte den Ton in ihrer Stimme und stellte keine weitere Frage.

Nach dem Gespräch nahm Mara Elenas Aussage auf.

Jedes Detail wurde wiederholt, mit Uhrzeit versehen und schriftlich bestätigt.

Adrian wollte die Polizei rufen, doch Mara bestand darauf, zuerst die Beweise zu sichern.

Vincent hatte Einfluss, Geld und Zugang zu Menschen, die Warnungen weitergaben.

Ein vorschneller Anruf konnte ihm Zeit verschaffen, das Gift verschwinden zu lassen oder Zeugen unter Druck zu setzen.

„Er wird versuchen, die Geschichte umzudrehen“, sagte Mara.

„Er wird behaupten, Elena habe das Glas präpariert, um Geld zu erpressen.“

„Dann soll er es versuchen“, sagte Adrian.

Elena sah ihn an.

„Für Sie ist das ein Machtkampf.

Für mich ist es mein Leben.“

Adrian schwieg.

Dann nahm er seinen Mantel vom Stuhl und reichte ihn Levin.

„Bringen Sie Elena und ihre Mutter ins Gästehaus am See.

Zwei Teams, getrennte Routen.“

„Ich gehe nirgendwohin, bevor meine Schicht offiziell beendet ist“, sagte Elena.

Mara blinzelte überrascht.

„Meridian wird sonst behaupten, ich sei verschwunden.

Mein Vorgesetzter könnte meine Personalakte ändern oder behaupten, ich sei entlassen worden, bevor ich etwas gesehen habe.“

Adrian nickte langsam.

„Was schlagen Sie vor?“

„Ich gehe zurück in den Saal.

Vor allen.

Meine Koordinatorin bestätigt schriftlich, dass Sie mich für ein Gespräch abgerufen haben.

Dann melde ich mich regulär ab.“

„Vincent ist dort draußen.“

„Genau deshalb.“

Es war ein riskanter Plan, aber ein kluger.

Wer Elena verschwinden ließ, machte sie angreifbar.

Wer sie öffentlich und sichtbar aus dem Dienst entließ, schuf Zeugen.

Adrian ging mit ihr zurück auf die Terrasse.

Die Musik stoppte, als er den Raum betrat.

Zweihundert Gäste richteten ihre Aufmerksamkeit auf ihn.

Vincent stand bereits neben dem Rednerpult.

Sein Lächeln war zurückgekehrt.

„Da bist du ja“, sagte er ins Mikrofon.

„Wir dachten schon, du hättest deine eigene Veranstaltung verlassen.“

Adrian nahm ihm das Mikrofon aus der Hand.

„Die angekündigte Präsentation findet heute nicht statt.“

Ein Murmeln ging durch den Raum.

„Stattdessen“, fuhr Adrian fort, „wird die Falk-Stiftung mit sofortiger Wirkung einer unabhängigen Sonderprüfung unterzogen.

Bis zu deren Abschluss werden sämtliche Zeichnungsrechte des Stiftungsvorstands ausgesetzt.“

Vincent wurde blass.

„Das kannst du nicht allein entscheiden.“

„Doch.

Die Satzung erlaubt es dem Mehrheitsstifter bei begründetem Verdacht auf Vermögensmissbrauch.“

Mara trat neben Adrian und legte eine versiegelte Mappe auf das Pult.

Die Gäste schwiegen nun vollständig.

Vincent sah zu Elena.