Skip to content
Sie rettete den Milliardär – dann bedrohte sein Bruder ihre Mutter / Chapter 3 / 6

Chapter 3 — Sie rettete den Milliardär – dann bedrohte sein Bruder ihre Mutter

4.9Editorial score

„Das hält Menschen wie mich am Leben.“

Es klopfte dreimal.

Adrian öffnete erst, nachdem eine Frauenstimme ihren Namen genannt hatte.

Mara Stein trat ein.

Sie war Anfang vierzig, trug einen schlichten schwarzen Hosenanzug und hielt eine Ledermappe unter dem Arm.

Hinter ihr stand ein breitschultriger Mann mit grauem Haar, den Adrian als Levin vorstellte.

Mara stellte keine überflüssigen Fragen.

Sie zog Handschuhe an, fotografierte den Beweisbeutel und ließ sich von Elena jede Bewegung an der Bar beschreiben.

„Wo genau stand Vincent?“

Elena zeigte es auf einem Lageplan.

„Welche Hand?“

„Die rechte.“

„Wie groß war das Fläschchen?“

„Etwa so lang wie mein kleiner Finger.

Durchsichtig.

Schwarzer Verschluss.“

„Hat er das Glas berührt?“

„Am oberen Rand, als er die Flüssigkeit hineingab.“

Mara sah Adrian an.

„Dann reichen die Fingerabdrücke möglicherweise aus, falls das Labor die Substanz bestätigt.“

Levin schüttelte den Kopf.

„Die Kamera über der Bar hat seit 21.14 Uhr kein Signal.“

„Ausfall?“ fragte Adrian.

„Manipuliert.“

Elena dachte an die reflektierende Oberfläche ihres Tabletts.

Während sie zwischen den Gästen gestanden hatte, hatte sie kurz ihr Handy geprüft, weil ihre Mutter angerufen hatte.

Der Bildschirm war dunkel gewesen, doch die Kamera-App hatte noch vom vorherigen Foto offen gestanden.

„Mein Telefon“, sagte sie.

Alle sahen sie an.

Elena öffnete die Galerie.

Dort waren drei unscharfe Bilder vom Saal, entstanden, als sie das Gerät wieder in ihre Tasche geschoben hatte.

Auf dem ersten sah man nur Licht.

Auf dem zweiten spiegelte sich die Bar in ihrem silbernen Tablett.

Auf dem dritten war Vincent zu erkennen.

Nicht deutlich genug für ein Porträt, aber klar genug, um seine Hand über dem Glas zu sehen.

Zwischen Daumen und Zeigefinger hielt er das kleine Fläschchen.

Mara atmete langsam aus.

„Schicken Sie mir die Originaldatei.

Nicht über einen Messenger.

Wir sichern das Gerät und die Metadaten.“

Adrian sah Elena an.

Zum ersten Mal lag in seinem Gesicht keine Prüfung, sondern Respekt.

Levin erhielt einen Anruf.

Er ging zur Seite und sprach leise.

Als er zurückkam, war seine Stimme angespannt.

„Unsere Leute sind bei Frau Walker.

Vor dem Haus stand ein schwarzer Wagen.

Er ist weggefahren, sobald sie in die Straße einbogen.

Das Kennzeichen war gestohlen.

Ihre Mutter ist unverletzt.“

Elenas Knie wurden weich, doch sie setzte sich nicht.

Sie schloss nur kurz die Augen.

„Ich möchte mit ihr sprechen.“

Levin stellte die Verbindung her.

Als Elena die Stimme ihrer Mutter hörte, musste sie sich an der Tischkante festhalten.

„Mir geht es gut“, sagte ihre Mutter.