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Seine Geliebte trug ihr Erbe – dann öffnete die Anwältin die Akte / Chapter 5 / 8

Chapter 5 — Seine Geliebte trug ihr Erbe – dann öffnete die Anwältin die Akte

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Er wandte sich mir zu.

„Sadie, wir können das privat klären.“

Seine Stimme war plötzlich weich.

Es war dieselbe Stimme, mit der er sich entschuldigt hatte, wenn er Geburtstage vergaß.

Dieselbe Stimme, mit der er mich gebeten hatte, mein Erbe für seine Firma einzusetzen.

Dieselbe Stimme, die immer dann erschien, wenn Härte ihm nicht mehr nützte.

„Du wolltest nichts privat klären“, sagte ich.

„Du hast Zeugen eingeladen.“

„Das war ein Fehler.“

„Nein.

Das war dein Plan.“

„Ich war wütend.“

„Du warst vorbereitet.“

Ich tippte auf den Scheidungsantrag.

„Du hattest Anwälte.

Eine Vermögensvereinbarung.

Einen Livestream.

Und Penelope trug das Collier meiner Großmutter.“

Er blickte kurz zur versiegelten Beweismitteltüte.

„Ich kann es zurückgeben.“

„Du kannst nicht zurückgeben, was bereits sichergestellt wurde.“

„Dann entschuldige ich mich.“

„Du entschuldigst dich nicht dafür, was du getan hast.

Du entschuldigst dich dafür, dass es nicht funktioniert hat.“

Das traf ihn härter als jede Anschuldigung zuvor.

Er setzte sich langsam.

Clara nahm nun die Vermögensvereinbarung, die Julian mir vorgelegt hatte.

Sie blätterte zu Absatz zwölf und sechzehn.

„Diese Klauseln sollten Frau Whitmore dazu bringen, auf eine Prüfung der Firmenkonten zu verzichten und zu bestätigen, dass keine Vermögenswerte verschwiegen wurden“, sagte sie.

„Angesichts der Unterlagen könnte der Versuch, eine solche Erklärung zu erlangen, zusätzlich relevant werden.“

Julian sah auf die Unterschriften.

Dann auf mich.

„Du hast unterschrieben.“

„Ich habe den Empfang des Scheidungsantrags bestätigt.“

„Du hast jede Seite unterschrieben.“

Clara drehte das Dokument zu ihm.

„Nur die Seiten, auf denen die Übergabe bestätigt wird.

Nicht die Vereinbarung.

Nicht der Prüfungsverzicht.

Nicht die Vermögensaufstellung.“

Julian blätterte hektisch zurück.

Seine Finger hinterließen feuchte Spuren auf dem Papier.

„Das ist Täuschung.“

„Nein“, sagte Clara.

„Das ist Lesen.“

Ein unterdrücktes Lachen kam von einem der Nachbartische.

Julian hörte es.

Sein Gesicht verhärtete sich erneut.

„Du glaubst, du hast gewonnen“, sagte er zu mir.

„Aber ohne mich geht die Firma unter.

Die Kunden gehören mir.

Die Kontakte gehören mir.

Die Leute folgen mir.“

Herr Baumann drehte den Laptop ein letztes Mal.

Auf dem Bildschirm stand eine Liste mit zwölf Kunden.

Zehn hatten schriftlich bestätigt, ihre Verträge fortzuführen, sofern Julian während der Untersuchung keinen Zugriff auf Konten oder Projekte erhielt.