Dann noch einmal.
Penelope stand abrupt auf.
„Ich gehe.“
Reuter trat einen Schritt zur Seite, ohne ihr den Weg freizugeben.
„Sie bleiben bitte noch hier.“
„Weshalb? Ich bin nur seine Assistentin.“
„Sie sind wirtschaftlich Berechtigte einer Firma, die innerhalb eines Jahres 860.000 Euro aus einem Unternehmen erhalten hat, dessen Geschäftsführer neben Ihnen sitzt.“
„Ich wusste nicht, woher das Geld kam.“
Julian lachte bitter.
„Natürlich wusstest du es.“
Penelope sah ihn an, als hätte er ihr eine Ohrfeige gegeben.
„Du hast mir gesagt, du würdest Sadie auszahlen.“
„Und du hast nie gefragt, warum die Zahlungen über deinen Bruder liefen?“
„Du wolltest es so!“
„Weil du diejenige warst, die eine Wohnung am Fluss wollte.“
„Du hast sie ausgesucht.“
„Du hast den Vertrag unterschrieben.“
Mit jedem Satz zerstörten sie ihre gemeinsame Geschichte ein wenig weiter.
Was wenige Minuten zuvor wie ein sorgfältig inszenierter Triumph gewirkt hatte, zerfiel nun vor denselben Zeugen, die meinen Schmerz hatten sehen sollen.
Marcus versuchte, sein Handy auszuschalten.
Clara hielt die Hand hin.
„Sie werden die Aufnahme sichern.“
„Das ist mein Eigentum.“
„Die Aufnahme dokumentiert mögliche Straftaten, Einschüchterung und mehrere spontane Aussagen der Beteiligten.
Löschen wäre keine gute Idee.“
Marcus blickte zu Julian, doch Julian hatte nichts mehr für ihn übrig.
„Du solltest nur filmen“, sagte Julian.
„Nicht senden.“
Marcus schluckte.
„Du hast gesagt, der Vorstand solle sehen, wie ruhig du die Sache regelst.“
„Du Idiot.“
„Du wolltest Applaus.“
Victoria stand auf und nahm ihre Handtasche.
„Ich habe dir gesagt, du sollst dich da nicht hineinziehen lassen.“
Marcus sah sie fassungslos an.
„Du fandest es lustig.“
„Ich fand es nicht lustig.
Ich fand es peinlich.“
„Du hast Champagner bestellt.“
„Weil wir in einem Restaurant sind.“
Derek schob seinen Stuhl zurück.
„Ich bin raus.“
„Du bleibst“, sagte Reuter.
Derek erstarrte.
„Warum ich?“
Herr Baumann legte zwei Rechnungen auf den Tisch.
Eine stammte von einer Sicherheitsfirma, die angeblich Lagerhallen des Unternehmens überwacht hatte.
Die zweite war für Beratungsleistungen im Ausland ausgestellt.
Beide Zahlungen waren auf Konten geflossen, die Derek zugeordnet werden konnten.
„Das waren Darlehen“, sagte Derek sofort.
„Dann werden Sie die Verträge sicher vorlegen können“, erwiderte Baumann.
Derek setzte sich wieder.
Julian blickte von einem zum anderen.
Zum ersten Mal schien er zu begreifen, dass niemand an diesem Tisch aus Loyalität bei ihm geblieben war.
Sie waren gekommen, weil sie sich an seiner Macht wärmen wollten.
Jetzt, da diese Macht verschwand, suchte jeder nach einem eigenen Ausgang.