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Fünf Jahre nach der Scheidung verriet Marcus sich mit einer Aufnahme / Chapter 4 / 8

Chapter 4 — Fünf Jahre nach der Scheidung verriet Marcus sich mit einer Aufnahme

4.9Editorial score

„Das Gerät bleibt hier.“

„Nehmen Sie Ihre Hand weg.“

„Unser forensisches Team wurde bereits informiert.“

Hinter der Glaswand erschienen zwei Männer in dunklen Anzügen.

Einer trug eine Ledermappe, der andere zeigte dem Sicherheitschef einen Ausweis.

Marcus wurde blass.

„Du hast Ermittler gerufen?“, fragte er Alexander.

„Nein“, sagte die Anwältin.

„Wir.“

Der Kaufvertrag verpflichtete den Interessenten, jeden begründeten Verdacht auf Bilanzmanipulation oder falsche Erklärungen zu melden.

Daniels Unterlagen waren am Vorabend offiziell eingereicht worden.

Die Sitzung diente nicht mehr nur dem Vertragsabschluss.

Sie war zur Sicherung von Beweisen geworden.

Marcus wandte sich an seinen Bruder.

„Das ist ihre Rache.

Sie will uns beide ruinieren.“

Alexander schüttelte langsam den Kopf.

„Nein.

Du hast mich ruiniert, lange bevor sie diesen Raum betreten hat.“

Marcus’ Kiefer spannte sich an.

„Ich habe dich geschützt.“

„Vor meiner Frau?“

„Vor Schwäche.“

Die Antwort kam zu schnell.

Alexander lehnte sich zurück, als hätte Marcus ihn geschlagen.

Fünf Jahre zuvor hatte Marcus ihm eingeredet, Maya mache ihn lächerlich.

Dass jeder im Unternehmen über ihn sprechen würde, wenn er ihr glaubte.

Dass ein mächtiger Mann nicht zögern dürfe, sobald sein Vertrauen gebrochen sei.

Marcus hatte nicht nur eine Ehe zerstört.

Er hatte Alexanders größte Angst benutzt: schwach zu wirken.

Und Alexander hatte ihm die Waffe selbst gereicht.

Daniel steckte den USB-Stick in das Konferenzsystem.

„Es gibt noch mehr.“

Die vollständige Aufnahme begann.

Man hörte Marcus und den Privatdetektiv in einem Büro.

Der Ermittler erklärte, es gebe keinen Beweis für eine Affäre.

Marcus fragte, ob man die Bilder enger zuschneiden könne.

Der Mann zögerte.

Dann sagte Marcus: „Alexander glaubt mir.

Das ist der einzige Beweis, den ich brauche.“

Später sprach er über Mayas Schwangerschaft.

„Sobald er an ihr zweifelt, wird er auch an dem Kind zweifeln.

Dann ist sie weg.“

Alexander stand abrupt auf.

Sein Stuhl rollte gegen die Wand.

Maya zuckte nicht.

Sie hatte diese Aufnahme bereits gehört.

Trotzdem zog sich bei jedem Wort etwas in ihrer Brust zusammen.

Marcus hob beide Hände.

„Ich war wütend.

Menschen sagen Dinge.“

„Du hast einen Plan beschrieben“, sagte Daniel.

„Einen dummen Gedanken.

Mehr nicht.“

„Dann kam die Rechnung.

Dann kamen die zugeschnittenen Bilder.