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Fünf Jahre nach der Scheidung verriet Marcus sich mit einer Aufnahme / Chapter 2 / 8

Chapter 2 — Fünf Jahre nach der Scheidung verriet Marcus sich mit einer Aufnahme

4.9Editorial score

Seine Stimme klang rau.

Maya antwortete nicht sofort.

Sie hatte sich diesen Moment oft vorgestellt.

In manchen Nächten hatte sie geglaubt, sie würde schreien.

In anderen hatte sie geglaubt, sie würde lachen, sobald Alexander endlich begriff, wie leicht er sich hatte täuschen lassen.

Nun empfand sie weder Triumph noch Genugtuung.

Nur Müdigkeit.

„Deine Mutter hatte mir erzählt, dass das Grundstück deines Vaters nach seinem Tod zwangsverkauft worden war“, sagte sie.

„Das Haus mit der Werkstatt, in der du deine ersten Computer repariert hast.“

Alexander blickte auf.

„Ich wollte es zurückkaufen.

Als Geschenk zu unserem Hochzeitstag.

Daniel sollte prüfen, ob die alten Ansprüche deiner Mutter noch bestanden.“

Elaine Whitman, die an diesem Morgen nicht im Konferenzraum war, hatte Jahrzehnte lang geglaubt, das Grundstück sei für immer verloren.

Alexander hatte dort nach der Schule gearbeitet.

Sein Vater hatte ihm an einer wackeligen Werkbank gezeigt, wie man Platinen lötete.

Später hatte Alexander genau diese Werkstatt als Ursprungsidee von Whitman Systems bezeichnet.

Maya hatte sie zurückholen wollen.

Und er hatte sie dafür verlassen.

Alexander senkte den Blick wieder auf die Unterlagen.

Unter dem Restaurantbeleg lag eine Rechnung über 18.400 Dollar.

Ausgestellt von Archer Investigative Services.

Auftraggeber: Whitman Systems, Abteilung Markenstrategie.

Genehmigt von Marcus Whitman.

„Firmenmittel“, sagte einer der Anwälte des Käufers.

Daniel nickte.

„Der Detektiv sollte Frau Whitman beobachten, fotografieren und Material liefern, das in einer privaten Auseinandersetzung verwendet werden konnte.

Die Rechnung wurde als Marktanalyse verbucht.“

Marcus lachte kurz auf.

Es war ein hartes, unnatürliches Geräusch.

„Ich war besorgt um meinen Bruder.

Selbst wenn ich jemanden engagiert habe, war das keine Verschwörung.

Es war eine Sicherheitsprüfung.“

„Dann erklären Sie uns die Tonaufnahme“, sagte die leitende Anwältin des Pharmakonzerns.

Marcus richtete sich auf.

„Ich erkläre überhaupt nichts, bevor mein eigener Anwalt hier ist.“

„Sie haben vor weniger als einer Stunde eine Erklärung unterschrieben“, entgegnete sie.

„Darin bestätigen Sie, niemals Firmenmittel für nicht offengelegte private Ermittlungen verwendet und keine Beweismittel manipuliert zu haben.“

Daniel schob ihr den versiegelten Umschlag zu, den er mitgebracht hatte.

Sie öffnete ihn und zog eine Kopie der Erklärung heraus.

Marcus’ Unterschrift stand auf der letzten Seite.

Der Verkauf von Whitman Systems war auf 1,8 Milliarden Dollar angesetzt.

Jede falsche Angabe konnte nicht nur die Transaktion beenden, sondern auch persönliche Haftung und strafrechtliche Ermittlungen auslösen.

Marcus sah zu Alexander.

„Sag etwas.“

Alexander blätterte weiter.

Es folgte eine E-Mail des Privatdetektivs an Marcus.

Betreff: Auswahl der geeigneten Bilder.

Darunter stand: Die Zielperson bezeichnete den Mann beim Verlassen des Restaurants mehrfach als ihren Cousin.

Eine romantische Beziehung ist nach aktuellem Stand nicht belegt.

Marcus hatte geantwortet: Entfernen Sie diese Einschätzung aus der Zusammenfassung.

Schicken Sie nur die Fotos.

Alexander las den Satz zweimal.

„Du wusstest es“, sagte er.

Marcus’ Gesicht verhärtete sich.

„Ich wusste, dass sie mit einem anderen Mann heimliche Treffen hatte.“ „Du wusstest, dass er ihr Cousin war.“