An den Wagen, der zweimal vor dem Lieferantentor geparkt hatte.
Adrian hatte mich längst gefunden.
Er hatte nur gewartet, bis er eine Verfügung konstruieren konnte, die meine Rückkehr legal aussehen ließ.
König hob den falschen medizinischen Bericht an.
„Wer hat das erstellt?“
„Mein Anwalt wird jede weitere Frage beantworten.“
„Ihr Anwalt kann Ihnen auch erklären, dass Sie vorläufig vom Dienst suspendiert sind.“
Sie nahm seine Dienstwaffe entgegen.
Ein Kollege entfernte sein Abzeichen.
Adrian ließ alles geschehen, ohne den Blick von mir zu lösen.
Als König ihm die Handschellen anlegen wollte, lachte er.
„Sie glaubt wirklich, damit sei es vorbei.“
„Kein Wort mehr“, sagte Clara.
„Frag sie nach den anderen Bildern“, sagte Adrian zu König.
„Frag sie, warum sie nur dieses eine Telefon gerettet hat.“
Mein Herz setzte aus.
Roman drehte sich zu mir.
Adrian bemerkte meine Reaktion und lächelte wieder.
„Da ist sie“, sagte er.
„Die Wahrheit, vor der sie wirklich davonläuft.“
König blieb ruhig.
„Welche anderen Bilder?“
Ich schloss die Augen.
Das Telefon hatte nicht nur die Nacht meiner Flucht aufgezeichnet.
Wochen zuvor hatte ich Adrians Arbeitszimmer betreten, während er bei einer Veranstaltung gewesen war.
Ich hatte seine Schreibtischschublade geöffnet und den blauen Ordner fotografiert.
Dabei hatte ich auch eine Audiodatei gefunden.
Darin sprachen Adrian, Hauptkommissar Lenz und ein Arzt darüber, wie Beschwerden gegen einflussreiche Männer verschwinden sollten.
Frauen wurden als hysterisch bezeichnet, Kinder als unglaubwürdig, Verletzungen als selbst zugefügt.
Ein Name in dieser Aufnahme hatte mich besonders erschüttert.
Meine jüngere Schwester Elisa.
Sie war drei Jahre vor meiner Flucht bei einem Autounfall gestorben.
Adrian hatte behauptet, sie sei betrunken gefahren.
Auf der Aufnahme sagte Lenz jedoch: „Das Mädchen wollte zur Staatsanwaltschaft.
Der Unfall hat das Problem erledigt.“
Adrian hatte geantwortet: „Dann sorgt dafür, dass Nora niemals die Akte sieht.“
Ich öffnete die Augen.
„Meine Schwester“, sagte ich.
„Er hat den Unfall meiner Schwester vertuschen lassen.“
Die Worte schienen den Raum zu verändern.
Adrians Gesicht wurde hart.
„Du weißt nicht, was damals passiert ist.“
„Dann erklären Sie es“, sagte König.
Er schwieg.
Ich erzählte von der Audiodatei.
Von den Fotos.
Von dem Moment, in dem Adrian mich erwischt hatte.
Er hatte das Telefon gegen die Wand geschleudert und geglaubt, alles sei zerstört.
Was er nicht wusste: Einige Dateien waren automatisch in ein altes Cloudkonto übertragen worden, das Elisa und ich früher gemeinsam benutzt hatten.
Ich hatte mich neun Monate lang nicht eingeloggt.
Jeder Zugriff hätte Adrian zu mir führen können.
Clara setzte sich an Romans Computer.
„Kennen Sie das Passwort?“
Ich nickte.
Meine Finger zitterten über der Tastatur.
Das Passwort war Elisas Geburtstag.