Sie stritten.
Am nächsten Morgen konnte er kaum stehen.“
Linda schnaubte.
„Sie ist eine entlassene Angestellte.
Sie will Geld.“
„Sie haben mich heute Morgen entlassen“, sagte Mara.
„Nachdem Eli an der Tür war.“
Der Blick des Kommissars wurde hart.
Die Beamten durchsuchten das Arbeitszimmer, das Schlafzimmer und den Keller.
In einem verschlossenen Schrank fanden sie Stapel ungeöffneter Briefe.
Jeder einzelne trug meine Gefängnisadresse.
Es waren die Briefe meines Vaters.
Mehr als vierzig.
Einige waren geöffnet worden.
Andere hatte Linda nie abgeschickt.
Auf einem Umschlag stand in der Handschrift meines Vaters: Beweise für Elis Berufung.
Ich setzte mich auf die unterste Treppenstufe, weil meine Beine nachgaben.
Drei Jahre lang hatte ich jeden Posttag auf seinen Namen gewartet.
Ich hatte geglaubt, sein Schweigen sei Scham.
Dabei hatte er geschrieben, wieder und wieder, während Linda die Briefe wenige Meter von seinem Sessel entfernt versteckt hatte.
Hinter einer Schublade im Arbeitszimmer fanden die Beamten ein zweites Telefon.
Die Nachrichten darauf waren nicht gelöscht.
Linda hatte mit dem früheren Finanzleiter der Firma kommuniziert.
Er hatte die Serverprotokolle verändert und später die Stadt verlassen.
In einer Nachricht schrieb er: Eli wird dafür verurteilt.
Danach gehört die Firma euch.
Lindas Antwort bestand aus fünf Worten.
Dann ist Thomas endlich allein.
Kommissar Brandt las die Nachricht zweimal.
Danach bat er Linda, die Hände sichtbar zu halten.
„Sie verdrehen alles“, sagte sie.
„Thomas wollte Eli schützen.
Er hätte jede Geschichte erfunden.“
Nora schloss das Telefon meines Vaters an einen Laptop an.
Auf dem Gerät befand sich eine zweite Videodatei, die in der Bank nicht angezeigt worden war.
Sie begann wenige Minuten nach dem Ende der ersten Aufnahme.
Das Bild lag schief.
Offenbar war das Telefon zu Boden gefallen und unter einen Beistelltisch gerutscht.
Man sah nur die Beine des Sessels, Lindas Schuhe und die Hand meines Vaters.
„Was hast du mir gegeben?“, fragte er.
„Deine Medikamente.“
„Das sind nicht meine.“
Linda trat näher.
„Du hättest unterschreiben sollen.“
Mein Vater rang nach Luft.
„Eli wird herauskommen.“
„Nicht, wenn ich entscheide, welche Beweise existieren.“
Dann hörte man Glas zerbrechen.
Linda fluchte, und die Aufnahme endete.
Im Badezimmer fanden die Beamten später Reste zweier Medikamente in einer Schmuckschatulle.
Eines davon war ein starkes Herzmittel, das meinem Vater nie verschrieben worden war.
In falscher Dosierung konnte es tödliche Rhythmusstörungen auslösen.
Noch am selben Abend bestätigte sein ehemaliger Arzt, dass Thomas kurz vor seinem Tod ungewöhnliche Symptome gezeigt hatte.
Er hatte eine Untersuchung im Krankenhaus empfohlen.
Linda hatte ihn gegen ärztlichen Rat nach Hause gebracht.
Der Arzt hatte außerdem eine Blutprobe an ein privates Labor gesandt.