Skip to content
Das leere Grab meines Vaters verbarg Lindas schlimmstes Verbrechen / Chapter 3 / 6

Chapter 3 — Das leere Grab meines Vaters verbarg Lindas schlimmstes Verbrechen

4.9Editorial score

„Sie verstehen nicht.

Dieser Mann ist ein verurteilter Verbrecher.“

„Und Sie stehen im Verdacht, Beweismittel in seinem Verfahren manipuliert zu haben“, sagte eine Stimme aus dem Flur.

Ein Mann in Zivil trat neben die Beamten.

Er stellte sich als Kommissar Brandt vor und zeigte Linda einen Durchsuchungsbeschluss.

„Der Friedhofsverwalter hat heute Morgen eine Aussage gemacht“, erklärte er.

„Die Bank hat außerdem den Zugriff auf das Schließfach gemeldet.

Die Staatsanwaltschaft kannte den Namen Thomas Vance bereits aus einer versiegelten Eingabe von Frau Beck.“

Linda sah Nora an.

„Sie haben kein Recht.“

„Doch“, sagte Nora ruhig.

„Thomas hat mir das Recht gegeben.“

Linda wandte sich an die Polizisten.

„Das ist absurd.

Thomas war verwirrt.

Er hatte Herzprobleme, Gedächtnisausfälle und paranoide Vorstellungen.

Eli hat ihn immer manipuliert.“

Ich nahm das Medikamentenfläschchen aus dem Schließfach.

„Dann erklären Sie uns das.“

Zum ersten Mal wich Linda einen Schritt zurück.

Kommissar Brandt zog Handschuhe an und legte das Fläschchen in einen Beweisbeutel.

Auf dem Etikett stand der Name meines Vaters, doch die Tabletten darin entsprachen nicht der abgedruckten Beschreibung.

„Wir fahren jetzt zu dem Haus“, sagte er.

Linda versuchte, sich vor die Tür zu stellen.

„Das ist mein Eigentum.“

Nora hielt die Urkunde hoch.

„Nein.

Das war es nie.“

Als wir zurückkamen, standen mehrere Nachbarn auf den Gehwegen.

Dasselbe Haus, dieselbe Veranda, dieselbe graue Tür.

Am Morgen hatte Linda mich dort wie Abfall behandelt.

Nun parkten zwei Polizeiwagen vor dem Eingang.

Linda ging zwischen den Beamten, nicht in Handschellen, aber auch nicht mehr frei.

Sie hielt den Kopf hoch, als könne ihre Haltung die Wahrheit noch aufhalten.

Im Flur stand wieder die junge Haushälterin mit dem Tablett.

Als sie mich erkannte, wurde sie blass.

„Wie heißen Sie?“, fragte Kommissar Brandt.

„Mara Ortiz.“

„Haben Sie für Thomas Vance gearbeitet?“

Mara sah zu Linda.

Linda sagte leise: „Überleg dir gut, was du sagst.“

Der Kommissar drehte sich sofort zu ihr.

„Noch ein Wort, und Sie warten im Streifenwagen.“

Mara stellte das Tablett ab.

Ihre Hände zitterten.

„Mr.

Vance durfte in den letzten Monaten kaum telefonieren“, sagte sie.

„Mrs.

Vance nahm ihm das Handy weg.

Sie sagte, er werde verwirrt, wenn er mit seinem Sohn spreche.“

„Haben Sie seine Medikamente gesehen?“

Mara nickte.

„Linda bereitete sie vor.

Immer.

Eines Abends wollte Mr.

Vance seine Herztablette nicht nehmen.