Drei Punkte erschienen im Chatfenster.
Sie verschwanden.
Dann kamen sie wieder.
Schließlich schrieb er: „Das ist nicht, wonach es aussieht.“
Ich antwortete nicht.
Sofia rief zurück.
„Ich habe die Dateien“, sagte sie.
„Scrollen Sie im Chat weiter nach oben.
Suchen Sie nach Nachrichten aus der Woche vor der Abreise.
Sie haben erwähnt, dass Ihre Schwiegermutter bereits vorher abreisen wollte.“
Ich öffnete die Suchfunktion und gab Barcelona ein.
Dutzende Treffer erschienen.
Drei Wochen vor der Reise hatte Tiana geschrieben: „Ich halte keine vierzehn Tage mit ihr aus.“
Frank antwortete: „Du musst nur bis Montag durchhalten.
Danach fliegen wir zurück.“
„Und sie?“
„Sie bleibt.
Das Hotel ist bezahlt.“
Tiana hatte daraufhin eine lachende Reaktion gesendet.
Weiter unten befand sich eine Sprachnachricht.
Ich drückte auf Wiedergabe.
Tianas Stimme füllte die stille Suite.
„Sei besonders nett zu ihr.
Mach Fotos, halte ihre Hand, sag ihr, wie schön alles ist.
Wenn wir plötzlich gehen, wird sie so verletzt sein, dass sie nicht klar denken kann.
Dann rufst du sie ein paar Tage später an und sagst, du willst die Sache mit dem Haus endlich ordentlich regeln.
In so einem Zustand unterschreibt sie vielleicht einfach.“
Für einige Sekunden hörte man nur ein Rascheln.
Dann sagte Frank: „Sie unterschreibt nichts, wenn sie wütend ist.“
„Dann entschuldigst du dich eben.
Du weißt doch, wie schnell sie dir vergibt.“
Die Aufnahme endete.
Ich saß regungslos da.
Plötzlich sah ich die erste Urlaubswoche anders.
Franks Hand in meiner.
Tianas Toast auf die Familie.
Die Fotos unter den alten Steinbögen.
Ihre Umarmung nach dem Abendessen.
Es war keine Versöhnung gewesen.
Es war eine Aufführung.
Mein Telefon klingelte erneut.
Diesmal nahm ich ab.
„Felicity“, begann Frank sofort.
Seine Stimme war leiser geworden.
„Lass mich erklären.“
„Wusstest du vor der Reise, dass ihr mich am Montag allein lassen würdet?“
„Mom wollte früher zurück.
Ich wollte es dir sagen.“
„Ja oder nein?“
Er atmete hörbar aus.
„Ja.“
„Hast du ihr gesagt, sie solle besonders nett zu mir sein, damit ich nichts merke?“
„Das klingt schlimmer, wenn du es so formulierst.“
„Ich formuliere gar nichts.
Ich habe eure Nachrichten.“
Am anderen Ende wurde es still.