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Er verlangte nur 50 Dollar – dann wollte ihr Vorstand ihn kaufen / Chapter 4 / 6

Chapter 4 — Er verlangte nur 50 Dollar – dann wollte ihr Vorstand ihn kaufen

4.9Editorial score

Lily hat mir ein Erdnussbutterbrot gegeben, ohne etwas von mir zu wollen.

Ich kam nicht wegen des Motorrads zurück.

Ich kam zurück, weil sich eure kleine Küche zum ersten Mal seit Jahren nicht wie ein Verhandlungstisch angefühlt hat.

Das macht meine Lüge nicht richtig.

Es ist nur die Wahrheit darüber, warum ich Angst hatte, sie zu beenden.

Elena

Marcus faltete den Brief zusammen und steckte ihn in seine Brusttasche.

Er rief sie nicht an.

Zwei Tage später erhielt er eine offizielle Vorladung.

Adrian hatte eine interne Untersuchung eingeleitet und behauptete, Marcus könne Elenas instabilen Zustand ausgenutzt haben.

Gleichzeitig bot ein Anwalt ihm erneut Geld an, diesmal über eine anonyme Stiftung.

Marcus schickte den Umschlag ungeöffnet zurück.

Am selben Abend erschien Maya Chen in der Werkstatt.

Sie trug keinen Aktenkoffer, sondern einen abgewetzten Rucksack.

Ihre Haare waren vom Wind zerzaust, und sie sah aus, als hätte sie seit Tagen nicht geschlafen.

„Ich war die Stimme am Telefon“, sagte sie.

Marcus ließ sie eintreten.

Maya stellte ihren Laptop auf den Tresen.

„Adrian hat Elenas Abwesenheit bewusst geheim gehalten, bis die Aktie fiel.

Danach ließ er die Information an zwei Journalisten durchsickern.

Er wollte Panik erzeugen, um den Vorstand von ihrer Absetzung zu überzeugen.“

„Warum?“

„Elena wollte ein milliardenschweres Datenprojekt stoppen.

Adrian und zwei andere Mitglieder hätten daran verdient.

Ihre Abwesenheit war seine Gelegenheit.“

Sie öffnete eine Reihe von E-Mails.

Darin standen Anweisungen, Marcus’ finanzielle Lage zu prüfen, seine Hypothek zu analysieren und Medienkontakte mit Formulierungen wie emotionaler Einflussnahme und möglicher Erpressung zu versorgen.

Marcus las schweigend.

„Elena weiß davon?“

„Seit gestern.

Aber wenn sie die Dateien selbst veröffentlicht, behauptet Adrian, sie seien manipuliert.“ Maya deutete auf die Speicherkarte in seiner Hand.

„Ihre Aufnahme zeigt, dass seine öffentliche Geschichte nicht zu seinem tatsächlichen Verhalten passt.“

„Auf der Aufnahme ist meine Tochter.“

„Wir können ihr Gesicht und ihre Stimme vollständig entfernen.“

Marcus blickte durch das Bürofenster.

Lily saß am kleinen Tisch und malte eine geflügelte Katze.

Neben dem Tier hatte sie drei Menschen gezeichnet.

Einen großen Mann, ein kleines Mädchen und eine Frau mit schwarzen Haaren.

„Was passiert mit Elena?“ fragte er.

„In einer Stunde beginnt die endgültige Abstimmung.“

„Und wenn Adrian gewinnt?“

„Dann verliert sie die operative Kontrolle über das Unternehmen.

Wahrscheinlich wird er sie anschließend öffentlich als überarbeitet und unzurechnungsfähig darstellen.“

Marcus nahm den Brief aus seiner Tasche.

Die Faltkanten waren inzwischen weich geworden.

Sarahs letzte Worte kamen ihm in den Sinn: Bring Lily bei, freundlich zu sein.

Und vergiss nicht, dich selbst wieder zu lieben.

Zwei Jahre lang hatte Marcus den ersten Teil erfüllt und den zweiten wie eine unzumutbare Aufgabe behandelt.

Nun stand er vor einer Entscheidung, bei der er erneut verletzt werden konnte.

Aber Schutz und Angst waren nicht dasselbe.

„Entfernen Sie Lily“, sagte er.

„Dann verwenden Sie alles.“

Die Vorstandssitzung von Vasquez Tech wurde in einem gläsernen Konferenzraum im vierzigsten Stock abgehalten.

Elena saß am Ende des langen Tisches.

Vor ihr lag der Antrag zu ihrer Absetzung.

Adrian sprach bereits seit zwanzig Minuten über Verantwortung, Stabilität und Vertrauen der Anleger.