Als Teil der Vereinbarung sollte Preston einen erheblichen Anteil seiner Aktien verpfänden.
Die Hochzeit war nicht nur romantische Inszenierung.
Sie sollte den Zusammenschluss zweier Vermögen besiegeln.
Preston hatte Celeste und ihrem Vater Aktien versprochen, die nicht vollständig ihm gehörten.
Am nächsten Morgen beantragte Judith eine erweiterte einstweilige Verfügung.
Der Gerichtstermin wurde für den folgenden Montag angesetzt.
Bis dahin versuchte Preston, Amara zu erreichen.
Er rief zuerst selbst an.
Dann über seinen Assistenten.
Schließlich stand sein Name auf dem Display ihres Vaters.
Amara nahm den Anruf erst beim vierten Versuch entgegen.
„Du machst einen Fehler“, sagte Preston ohne Begrüßung.
„Du hast im Fernsehen eine andere Frau geheiratet, bevor du dich von mir scheiden ließest.“
„Ich habe eine Verlobung bekannt gegeben.“
„Während ich dein Kind trage.“
„Du wolltest immer Privatsphäre.
Jetzt hast du sie.“
Amara schloss kurz die Augen.
Früher hätte sie versucht, den Mann hinter diesen Worten wiederzufinden.
Den Preston, der nachts mit ihr auf dem Küchenboden gesessen hatte, nachdem sie ihr erstes Kind verloren hatten.
Den Mann, der geschworen hatte, sie niemals allein durch eine weitere Schwangerschaft gehen zu lassen.
Doch dieser Mann hatte sich nicht nur entfernt.
Er hatte ihre gemeinsame Geschichte in ein juristisches Hindernis verwandelt.
„Warum hast du mich nicht angerufen?“, fragte sie.
„Weil jedes Gespräch mit dir emotional wird.“
„Ich habe von deiner Hochzeit aus den Nachrichten erfahren.“
„Celeste und ich mussten die Ankündigung kontrollieren.
Es ging um den Markt.“
Da verstand Amara endgültig, worum es ihm ging.
Nicht um Liebe.
Nicht einmal um Celeste.
Um Kontrolle.
„Du hättest mich vorwarnen können.“
„Dann hättest du versucht, mich aufzuhalten.“
„Nein“, sagte Amara ruhig.
„Ich hätte nur gewusst, dass ich verheiratet bin mit einem Mann, der mich für eine Kursgefahr hält.“
Preston wechselte den Ton.
Plötzlich klang er weicher.
„Nimm das Geld.
Ich erhöhe auf zwei Millionen.
Du bekommst ein Haus, medizinische Versorgung und absolute Privatsphäre.
Aber du hältst das Kind aus der Öffentlichkeit und aus der Firma heraus.“
„Es ist also doch dein Kind.“
Er schwieg.
Amara sah Judith an, die ihr gegenübersaß und jedes Wort protokollierte.
„Das habe ich nicht gesagt“, antwortete Preston schließlich.
„Du hast genug gesagt.“
Sie beendete das Gespräch.
Am Montag war der Gerichtssaal voll.
Reporter standen im Flur.
Mitarbeiter von Hartwell Innovations saßen auf den hinteren Bänken.
Graham Ashford erschien mit drei Anwälten.
Celeste trug einen cremefarbenen Hosenanzug und den großen Diamantring, doch sie setzte sich nicht neben Preston.
Amara betrat den Saal zwischen ihren Eltern und Judith.
Sie trug ein schlichtes dunkelblaues Kleid.
Ihr Bauch war deutlich sichtbar.