Alexander hielt die Hand hin.
„Dann sind Sie mit sofortiger Wirkung suspendiert.“
Paul lachte kurz.
„Sie können mich nicht suspendieren.
Ihr Vater kontrolliert den Aufsichtsrat.“
„Ich kontrolliere die Stimmrechte der Gründeranteile.“
„Nicht während eines laufenden medizinischen Eignungsverfahrens.“
Miriam fuhr herum.
„Welches Verfahren?“
Paul merkte zu spät, dass er zu viel gesagt hatte.
Alexander wurde blass.
„Mein Vater behauptet, ich sei nicht geschäftsfähig?“
„Ich habe nichts behauptet.“
Miriam öffnete den Koffer erneut und nahm ihr Tablet heraus.
Nach wenigen Sekunden fand sie einen internen Antrag, der an diesem Morgen eingereicht worden war.
Richard Cole hatte ein Sondertreffen des Aufsichtsrats angesetzt.
Als Begründung wurde eine angebliche akute emotionale Instabilität seines Sohnes genannt.
Der Plan wurde sichtbar.
Richard hatte nicht nur versucht, die Vergangenheit zu begraben.
Er wollte Alexander entmachten, bevor die Wahrheit das Unternehmen erreichte.
Alexander sah mich an.
„Bring die Kinder nach Hause.“
Der alte Befehlston war zurück, aber diesmal lag darunter Schutz, nicht Besitzanspruch.
„Miriam bleibt bei dir.
Ich fahre nach Charleston und beende das.“
„Nein“, sagte ich.
Er wirkte überrascht.
„Vier Jahre lang haben andere Männer entschieden, welche Wahrheit ich hören darf und wo ich zu sein habe.
Damit ist Schluss.
Die Kinder gehen mit meiner Nachbarin nach Hause.
Ich komme mit.“
„Das könnte hässlich werden.“
„Es war längst hässlich.
Du hast es nur nicht gesehen.“
Eine Stunde später saßen Miles und Nora bei meiner Nachbarin June, die keine Fragen stellte, aber meinen Arm drückte, bevor sie die Tür schloss.
Miriam, Alexander und ich fuhren gemeinsam zum regionalen Hauptsitz der Cole Group in Charleston.
Während der Fahrt sagte Alexander kaum etwas.
Einmal fragte er nach den Namen der Kinder, obwohl er sie bereits gehört hatte.
„Miles und Nora“, wiederholte ich.
Er sprach die Namen leise nach, als wären sie zerbrechlich.
„Was mögen sie?“
Die Frage war so klein, dass sie mich beinahe mehr traf als seine Wut am Strand.
„Miles baut alles auseinander, um zu verstehen, wie es funktioniert.
Nora singt, wenn sie nervös ist.
Beide hassen Erbsen.
Beide schlafen nur ein, wenn die Zimmertür einen Spalt offen bleibt.“
Er nickte und blickte aus dem Fenster.
„Ich wusste nichts davon.“
„Ich weiß.“
„Das macht es nicht besser.“
„Nein.“
Als wir das Bürogebäude erreichten, warteten bereits Reporter vor dem Eingang.
Richard hatte offenbar eine Erklärung verbreiten lassen, wonach Alexander wegen einer persönlichen Krise vorübergehend von seinen Aufgaben zurücktrete.
Alexander stieg aus, ohne sich zu verstecken.
Die Kameras richteten sich auf ihn.
Fragen prasselten auf uns ein.