Skip to content
Meine Schwester zerstörte meinen Laptop – doch die Kamera sah alles / Chapter 3 / 6

Chapter 3 — Meine Schwester zerstörte meinen Laptop – doch die Kamera sah alles

4.9Editorial score

Bei Ausbleiben der Zahlung erhält der Kreditgeber Zugriff auf Anteile von Bris Unternehmen.“

Bri wurde blass.

„Woher haben Sie das?“

„Aus den Unterlagen, die Ihrer Schwester vor sechs Monaten zur Unterschrift geschickt wurden.“

Ich erinnerte mich gut an diesen Abend.

Bri hatte mich gegen elf Uhr angerufen und behauptet, sie brauche nur eine formale Unterschrift, damit ein Lieferant ihr längere Zahlungsziele gewähre.

Ich hatte den Vertrag geöffnet und gesehen, dass meine Adresse darin stand.

Außerdem war von einer persönlichen Garantie die Rede.

Ich hatte nicht unterschrieben.

Am nächsten Morgen hatte Bri gesagt, sie habe eine andere Lösung gefunden.

Doch als ich nach dem Grillfest alle Dokumente zusammensuchte, fand ich in einem alten E-Mail-Verlauf eine automatische Bestätigung des Kreditgebers.

Darin stand, der Vertrag sei vollständig unterzeichnet worden.

Daniel legte eine Kopie auf den Tisch.

Unten standen zwei Unterschriften.

Bris.

Und eine, die meiner ähnelte.

Ich hatte dieses Dokument nie unterschrieben.

Mein Vater beugte sich vor.

Seine Haut verlor die Farbe.

Bri sah nicht mich an.

Sie sah ihn an.

Das genügte.

Mara bemerkte es ebenfalls.

„Herr Weber, wissen Sie etwas über diese Unterschrift?“

„Nein.“

Die Antwort kam zu schnell.

Bri presste die Lippen zusammen.

„Dad“, sagte sie leise.

Er drehte sich zu ihr.

„Sei still.“

Im Raum wurde es vollkommen ruhig.

Mara faltete die Hände.

„Wir haben den Kreditgeber bereits darüber informiert, dass meine Mandantin die Garantie bestreitet.

Der Zugang zu der damit verbundenen Kreditlinie wurde vorläufig gesperrt.“

In diesem Moment vibrierte Bris Handy.

Sie blickte auf das Display.

BANKZUGANG EINGESCHRÄNKT.

Sie sprang auf.

„Was hast du getan?“

Ich blieb sitzen.

„Ich habe aufgehört, deine Garantin zu sein.“

„Du zerstörst meine Firma!“

„Nein.

Ich verhindere, dass du meine Existenz mit hineinziehst.“

Sie schlug mit der flachen Hand auf den Tisch.

„Du hast keine Ahnung, was du anrichtest.

Mitarbeiter hängen davon ab.

Verträge hängen davon ab.“

Daniel zog eine Liste hervor.

„Ihre Firma hat laut Lohnmeldungen seit vier Monaten keine Angestellten mehr.“

Bris Blick flackerte.

„Freie Mitarbeiter“, sagte sie.

„Auch dafür gibt es keine aktuellen Zahlungen.“

Mein Vater stand nun ebenfalls auf.

„Das reicht.

Sie stellen meine Tochter hier hin wie eine Betrügerin.“ Mara sah ihn an.