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Mein Vater erbte alles – bis die Königin die rote Akte öffnete / Chapter 2 / 7

Chapter 2 — Mein Vater erbte alles – bis die Königin die rote Akte öffnete

4.9Editorial score

Nun verstand ich warum.

Eleanor schob mir eine weitere Seite hin.

„Das Testament, das gestern verlesen wurde, verteilt Nutzungsrechte.

Keine uneingeschränkten Eigentumsrechte.

Das Anwesen, die Konten und große Teile des Landes gehören dem Whitmore-Fonds.

Ihre Angehörigen dürfen sie nur verwalten, solange sie bestimmte Bedingungen erfüllen.“

„Welche?“

„Keine Veräußerung.

Keine Beleihung.

Keine private Entnahme aus den Schutzkonten.

Keine Behinderung der medizinischen und sozialen Programme des Fonds.

Und vor allem: keine Täuschung oder Nötigung des amtierenden Treuhänders.“

Die Aufzeichnung aus Großvaters Arbeitszimmer lag noch immer auf dem Bildschirm.

Mein Vater hatte ihn bedroht und zur Unterschrift zwingen wollen.

„Damit hat er sämtliche Rechte verloren“, sagte ich.

„Nicht automatisch“, antwortete Eleanor.

„Die Klausel muss durch den Nachfolger aktiviert werden.“

Sie legte einen Füllfederhalter neben die Akte.

„Durch Sie.“

Ich nahm den Stift nicht.

„Und wenn ich unterschreibe?“

„Dann werden alle gestern übertragenen Nutzungsrechte eingefroren.

Die Banken sperren die Konten.

Das Anwesen fällt unmittelbar unter Ihre Verwaltung.

Außerdem wird eine unabhängige Prüfung sämtlicher Transaktionen der letzten zehn Jahre eingeleitet.“

„Mein Vater wird sagen, ich tue das aus Rache.“

Die Königin antwortete, bevor Eleanor etwas sagen konnte.

„Menschen, die von Konsequenzen überrascht werden, nennen Gerechtigkeit häufig Rache.“

Der Satz war leise gesprochen.

Gerade deshalb traf er so tief.

Eleanors Telefon klingelte erneut.

Sie nahm ab, hörte zu und stellte auf Lautsprecher.

Eine Männerstimme meldete sich.

„Ma’am, hier ist Special Agent Lewis.

Wir befinden uns am Carter-Anwesen.

Mr.

Richard Carter hat den unterirdischen Archivraum betreten.

Er weigert sich, ihn zu verlassen.“

Im Hintergrund hörte ich meinen Vater schreien.

„Das ist mein Land! Sie haben hier keine Befugnis!“

Dann Daniels Stimme: „Onkel Richard, leg das weg.“

Ein metallisches Geräusch folgte.

„Was hat er in der Hand?“, fragte Eleanor.

Der Agent zögerte.

„Eine versiegelte Kassette.

Laut Kennzeichnung enthält sie die Originalurkunde und ein digitales Archiv.

Er droht, beides zu vernichten.“

Ich stand auf.

„Verbinden Sie mich mit ihm.“

„Madeline“, sagte Eleanor, „Sie müssen nicht persönlich—“

„Doch.“

Der Admiral musterte mich.

Dann nickte er dem Agenten zu.

Wenige Sekunden später hörte ich das schwere Atmen meines Vaters.

„Madeline?“

Seine Stimme klang nicht mehr selbstsicher.