„Der Speicher zeichnet ohne Verbindung zum Hausnetz auf“, fuhr sie fort.
„Ihre IT-Abteilung kann ihn weder abschalten noch löschen.“
Sie steckte das Laufwerk in den Bildschirm im Foyer.
Vanessa wurde blass.
Auf dem Monitor erschien das Zimmer aus einer hohen Ecke.
Ohne Ton zunächst.
Dann wurde die Audiospur geladen.
Wir sahen, wie Vanessa mir die Scheidungsmappe zeigte, noch bevor Ethan in den Raum kam.
Wir hörten sie sagen, dass sie seine Direktoren bereits überzeugt habe, ich sei instabil.
Wir sahen, wie sie Ethan zuflüsterte, ich hätte ihn vor allen Männern ausgelacht.
Dann kam Ethan ins Bild.
Er nahm den Lederriemen vom Reitständer.
Mein Magen zog sich zusammen.
Ich wandte den Blick ab, doch mein Vater, der inzwischen über eine gesicherte Videoleitung zugeschaltet war, sah jede Sekunde.
Sein Gesicht blieb unbewegt.
Nur seine Hände verrieten ihn.
Er hatte sie so fest auf dem Tisch verschränkt, dass die Knöchel weiß hervortraten.
Als die Aufnahme endete, herrschte völlige Stille.
Ethan war der Erste, der sprach.
„Das war aus dem Zusammenhang gerissen.“
Dr.
Keller zog eine Augenbraue hoch.
„Zwanzig Schläge besitzen selten einen hilfreichen Zusammenhang.“
„Sie hat mich provoziert.“
„Auf dem Video ist zu sehen, dass Frau Parker kaum gesprochen hat.“
„Vanessa kann bestätigen, was vorher passiert ist.“
Alle sahen zu ihr.
Vanessa öffnete den Mund, aber kein Ton kam heraus.
Ethan packte sie am Arm.
„Sag es ihnen.“
„Du tust mir weh.“
„Sag ihnen, dass sie mich bedroht hat.“
Vanessa riss sich los.
„Das hast du selbst entschieden.“
Es war der erste Riss zwischen ihnen.
Ethan starrte sie an.
„Was?“
„Ich habe gesagt, sie würde dich verlassen.
Ich habe nie gesagt, du sollst sie schlagen.“
„Du hast mir erzählt, sie würde Beweise gegen mich sammeln.“
„Weil du ohne Angst nie gehandelt hättest!“
Der Satz hing in der Luft.
Dr.
Keller hielt sofort inne.
„Frau Collins, möchten Sie das wiederholen?“
Vanessa erkannte zu spät, was sie preisgegeben hatte.
Sie schüttelte den Kopf und griff nach ihrer Handtasche.
„Ich gehe.“
Einer der Sicherheitsleute trat vor die Tür.
„Sie können das Gebäude verlassen, sobald die Polizei Ihre Personalien aufgenommen hat.“
„Polizei?“
In der Ferne waren bereits Sirenen zu hören.
Ethan sah mich an, und zum ersten Mal lag keine Verachtung in seinem Blick.
Es war Angst.
„Emilia, hör zu.
Das ist zwischen uns.