Sie suchten den Verbindungsoffizier und das Video.
Sarah hatte den Datenträger kurz vor ihrem Eintreffen in einem medizinischen Behälter versteckt.
Als die Männer ihn nicht fanden, nahmen sie die Überlebenden mit.
Grayson starrte sie an.
„Wie lange?“
„Elf Monate.“
Im Raum war nur das Summen der Notbeleuchtung zu hören.
Sarah sprach nicht über alle Einzelheiten.
Sie sagte lediglich, dass die Gefangenen voneinander getrennt worden seien.
Fragen seien immer wieder gestellt worden.
Namen.
Speicherorte.
Kopien.
Kontakte.
Von den fünf Menschen, die den Absturz zunächst überlebt hatten, blieb am Ende nur sie übrig.
„Wie sind Sie entkommen?“, fragte der Militärjurist.
„Ein Wachmann unterschätzte eine verletzte Frau.“
Es war die einzige Erklärung, die sie gab.
Nach ihrer Flucht hatte Sarah keine amerikanische Basis aufgesucht.
Sie wusste nicht, wem sie trauen konnte.
Über zivile Helfer gelangte sie zunächst nach Pakistan, dann nach Europa.
Dort erfuhr sie, dass Captain Samantha Hayes offiziell tot war.
Die Leichen seien identifiziert, der Fall abgeschlossen und die Familien benachrichtigt worden.
Jemand hatte sogar einen Sarg mit ihrem Namen beerdigen lassen.
„Warum sind Sie nach Boston gekommen?“, fragte Grayson.
„Weil meine Mutter hier starb.“
Seine Miene veränderte sich.
Sarah fuhr fort: „Während ich versuchte zurückzukommen, erhielt sie einen gefalteten Fahnenkasten und einen Brief über meinen heldenhaften Tod.
Acht Monate später bekam sie einen Schlaganfall.
Sie glaubte bis zuletzt, ich sei tot.“
Grayson senkte den Blick.
Er hatte diesen Brief unterschrieben.
„Ich wusste es nicht“, sagte er.
„Das macht den Brief nicht weniger echt.“
Draußen schlug etwas gegen die Tür.
Einmal.
Dann ein zweites Mal.
Die Scharniere vibrierten.
Mercer hatte genug vom Verhandeln.
Sarah wandte sich an Albeck.
„Gibt es Sauerstoffflaschen im Nebenraum?“
„Zwei mobile Einheiten.“
„Und Feuerlöscher?“
„Einer neben dem Waschbecken.“
Sie begann, den Raum umzubauen.
Das Bett wurde seitlich vor die Tür geschoben.
Die Sauerstoffflaschen platzierte sie hinter einem Metallschrank, nicht als Sprengsatz, sondern um den Durchgang zu blockieren.
Den Feuerlöscher gab sie dem Militärjuristen.
„Wenn die Tür aufgeht, zielen Sie auf die Augen.“
„Ich bin Jurist.“
„Heute nicht.“
Grayson zog eine kleine Dienstwaffe aus dem Holster eines seiner Begleiter.
Sarah nahm sie ihm nicht ab.
„Sie können schießen?“, fragte er.
„Ja.“
„Warum nehmen Sie sie dann nicht?“ „Weil Mercer möchte, dass ich bewaffnet bin.