Einige Gäste wechselten verwirrte Blicke.
Victoria wurde rot.
“Sie haben mich vor allen gedemütigt.”
“Ihre Eltern haben Sie gedemütigt, als sie Ihre Zukunft als Sicherheit für ihre Schulden einsetzten.”
“Und Elena?”, fragte Diane.
“Was ist sie für Sie? Eine bessere Investition, weil ihr das Haus gehört?”
Elena spürte, wie der Raum erneut still wurde.
Das war die Frage, die auch in ihr brannte.
Adrien hätte eine schmeichelhafte Antwort geben können.
Eine theatralische Erklärung.
Etwas, das die Gäste später weitererzählen würden.
Stattdessen sagte er: “Eine Frau, die Beweise sammelte, obwohl sie glaubte, allein zu sein.
Eine Frau, die nicht versuchte, mich zu beeindrucken.
Und die einzige Person an diesem Tisch, die mir in den vergangenen Wochen vollständige Zahlen geliefert hat.”
Elena runzelte die Stirn.
“Ich wusste nicht, dass die Kanzlei für Sie arbeitet.”
“Genau deshalb waren Ihre Angaben glaubwürdig.”
Richard schlug mit der flachen Hand auf den Tisch.
Gläser sprangen, Besteck klirrte.
“Genug.
Das ist mein Haus.
Diese Leute sind meine Gäste.
Und Elena ist meine Tochter.”
Elena legte die Urkunde vor sich ab.
“Offenbar stimmt nur der letzte Satz.”
Aunt Celia stieß einen leisen, überraschten Atemzug aus.
Richard starrte Elena an, als sähe er sie zum ersten Mal.
Nicht als Tochter.
Als Gefahr.
“Du glaubst, ein Papier macht dich mächtig?”, fragte er.
“Du weißt nicht, wie man ein Anwesen führt.
Du kennst unsere Gläubiger nicht.
Du hast keine Ahnung, was diese Familie kostet.”
“Aber ich kenne die Zahlen”, sagte Elena.
Sie öffnete ihre Handtasche und holte ein kleines schwarzes Notizbuch heraus.
Diane lachte nervös.
“Was soll das sein?”
“Die Ausgaben der letzten achtzehn Monate.”
Elena schlug die erste Seite auf.
“Zweiundvierzigtausend Dollar für Victorias Geburtstagsgala.
Achtundsechzigtausend für den Weinkeller.
Neunzigtausend für ein Pferd, das niemand reitet.
Hundertdreißigtausend für Beratungsleistungen an eine Firma, die drei Wochen vor der Zahlung gegründet wurde.
Geschäftsführer: Daniel Mercer.
Papas ehemaliger Geschäftspartner.”
Richard wurde still.
“Du hast uns ausspioniert”, sagte Diane.
“Ihr habt die Rechnungen an die Adresse eines Trusts geschickt, dessen Begünstigte ich bin.”
Adrien zog eine weitere Mappe hervor.
“Die Zahlung an Mercer wurde anschließend auf drei Konten verteilt.
Eines davon gehört Richard.”
Ein Mann auf der anderen Seite der Tafel stand abrupt auf.
Elena kannte ihn als Bankdirektor und alten Freund ihres Vaters.
“Ich denke, ich sollte gehen.”
“Setzen Sie sich, Mr.
Harlan”, sagte Evelyn Price.