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Der Arzt sah Joannas Baby und öffnete die verbotene Familienakte / Chapter 3 / 6

Chapter 3 — Der Arzt sah Joannas Baby und öffnete die verbotene Familienakte

4.9Editorial score

Auf der zweiten Seite war jedoch die ursprüngliche Laborauswertung befestigt.

Wahrscheinlichkeit der Vaterschaft: 99,98 Prozent.

Die negative Version war eine Fälschung.

„Eleanor zeigte Logan nur die manipulierte Seite“, erklärte Robert.

„Danach überwies sie ihm das Geld.“

Logan trat zurück, als habe der Boden sich bewegt.

„Du hast gesagt, sie hätte mich betrogen.“

Eleanor hob das Kinn.

„Und du wolltest es glauben.“

Dieser Satz traf ihn sichtbar.

Doch Joanna empfand kein Mitleid.

Eleanor hatte eine Lüge geschaffen, aber Logan hatte sie bereitwillig angenommen, weil sie ihm erlaubte, Verantwortung gegen Geld einzutauschen.

„Warum hast du den echten Bericht behalten?“, fragte Clara.

Eleanor schwieg.

Robert zog ein weiteres Blatt hervor.

Es war eine interne Notiz an den Familienanwalt.

Darin wurde beschrieben, wie Joannas Sohn nach der Geburt als Wright-Erbe anerkannt werden sollte, ohne dass Joanna Kontrolle über die Anteile erhielt.

Vorgesehen waren eine schnelle Sorgerechtsklage, ein Gutachten über angebliche finanzielle Instabilität und ein Vergleich, der Joanna zur Verschwiegenheit verpflichten sollte.

Die zwei Sicherheitsleute an der Tür wechselten einen unsicheren Blick.

Eleanor bemerkte es.

„Sie arbeiten für mich“, sagte sie scharf.

Einer der Männer löste die Hände hinter seinem Rücken.

„Wir arbeiten für die Klinik, Frau Wright.

Nicht für private Sorgerechtsmaßnahmen.“

Robert wandte sich an den Verwaltungsleiter, der noch immer auf dem Flur stand.

„Sperren Sie Eleanors Zugang zu allen Patientendaten.

Ab sofort.“

„Robert, du kannst mich nicht aus meiner eigenen Klinik werfen.“

„Doch.

Der Aufsichtsrat hat vor zwölf Minuten einstimmig deine Suspendierung beschlossen.“

Zum ersten Mal wirkte Eleanor nicht wütend, sondern verängstigt.

„Du hattest keine Sitzung.“

Clara hob ihr Telefon.

„Doch.

Eine außerordentliche.

Die Unterlagen wurden bereits an die Staatsanwaltschaft und die Datenschutzbehörde übermittelt.“

Eleanors Anwalt flüsterte ihr etwas zu.

Sie schob ihn mit einer kleinen Handbewegung beiseite.

„Das hier ist eine Familienangelegenheit.“

„Nein“, sagte Joanna.

„Mein Sohn ist keine Familienangelegenheit.

Er ist ein Mensch.“

Alle Blicke richteten sich auf sie.

Joanna war erschöpft.

Ihr Körper schmerzte.

Ihre Hände zitterten unter der Decke.

Dennoch war ihre Stimme ruhig.

„Sie werden ihn nicht mitnehmen.

Sie werden nicht über seinen Namen entscheiden.

Und Sie werden mich nicht mit einem Vertrag erschrecken, den Sie selbst fälschen mussten.“

Eleanor musterte sie lange.

„Sie haben keine Ahnung, gegen wen Sie sich stellen.“

„Doch“, antwortete Joanna.

„Gegen eine Frau, die zwei Sicherheitsleute braucht, um mit einer Mutter zu sprechen, die gerade entbunden hat.“

Die Krankenschwester wandte den Kopf ab, um ein Lächeln zu verbergen.

Eleanors Gesicht verhärtete sich.