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Bei ihrer eigenen Beerdigung hörte Elena das Geständnis ihres Mannes / Chapter 3 / 6

Chapter 3 — Bei ihrer eigenen Beerdigung hörte Elena das Geständnis ihres Mannes

4.9Editorial score

„Die außerordentliche Sitzung fand heute Morgen statt.“

„Ohne mich?“

„Auf Grundlage der Treuhandklausel.“

Zum ersten Mal sah ich echte Angst in Viktors Gesicht.

Nicht Reue.

Nicht Scham.

Angst vor dem Verlust seiner Stellung.

Er hatte mich und unser Kind töten wollen, doch erst als man ihm den Titel nahm, begriff er, dass sein Leben zerfiel.

„Elena“, sagte er plötzlich und wandte sich mir zu.

Seine Stimme wurde weich.

„Du bist verletzt.

Du erinnerst dich nicht richtig.

Wir haben gestritten, ja, aber du bist ausgerutscht.“

In den Jahren unserer Ehe hatte ich diesen Ton oft gehört.

Er benutzte ihn, wenn er mich nach einer Demütigung beruhigen wollte.

Wenn er eine Lüge so lange wiederholte, bis ich an meinem eigenen Gedächtnis zweifelte.

„Ich bin nicht ausgerutscht.“

„Du warst aufgebracht.“

„Du hast beide Hände auf meine Schultern gelegt.“

„Ich wollte dich festhalten.“

„Dann warum hast du Serena gefragt, ob die Versicherung zahlen würde?“

Serena begann zu weinen.

Es waren keine stillen Tränen.

Sie rang nach Luft und sah abwechselnd zu den Beamten und zur Tür.

„Er hat gesagt, Elena würde ihn verlassen“, platzte sie heraus.

„Er sagte, sie wolle ihm das Unternehmen wegnehmen und mit dem Kind verschwinden.“

Viktor machte einen Schritt auf sie zu.

Die Ermittlerin hob die Hand.

„Bleiben Sie stehen.“

Serena redete weiter, schneller und schriller.

„Er hat die Route ausgesucht.

Er hat den Wagen gemietet.

Er hat ihr Handy überprüfen wollen.

Ich sollte nur bestätigen, dass sie allein zum Aussichtspunkt gegangen ist.“

„Du lügst“, sagte Viktor.

„Du hast mir versprochen, niemand würde sie finden.“

Die Worte hingen im Raum.

Mara schloss für einen Moment die Augen, als würde sie den Satz innerlich markieren.

Der ältere Ermittler nahm Serena beiseite.

„Sie werden Gelegenheit haben, eine vollständige Aussage zu machen.“

„Ich will einen Anwalt.“

„Das ist Ihr Recht.“

Viktor sah wieder zu mir.

Seine Kontrolle war fast verschwunden.

„Wo ist das Baby?“

Mein Körper spannte sich an.

Adrian trat sofort einen halben Schritt vor mich.

„Das geht Sie nichts an“, sagte er.

„Es ist mein Sohn.“

„Sie haben versucht, ihn zu töten.“

Viktor ignorierte ihn.

„Elena, wo ist er?“

Ich dachte an das kleine Zimmer in der Privatklinik.

An die durchsichtige Wärmehaube, die winzigen Kabel auf der Brust meines Sohnes und seine Hand, die sich um meinen Finger geschlossen hatte.

„Er lebt“, sagte ich.

Ein Aufschrei ging durch die Kapelle.