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Als das Café-Video startete, verlor ihr Ex sein Lächeln / Chapter 3 / 5

Chapter 3 — Als das Café-Video startete, verlor ihr Ex sein Lächeln

4.9Editorial score

June führte sie zu den Gästen, die den Angriff gefilmt hatten.

Der Student mit dem Handy hob sofort die Hand.

Die ältere Frau, die den Notruf abgesetzt hatte, begann mit fester Stimme zu berichten, was sie gesehen hatte.

Liam versuchte noch einmal, die Kontrolle über die Geschichte zu gewinnen.

„Fragen Sie Rourke, woher er all diese Informationen hat“, sagte er zu den Beamten.

„Fragen Sie ihn, wie viele Richter ihm Gefallen schulden.

Fragen Sie ihn, was nachts im Hafen passiert.“

Daniel nickte Agent Ortiz zu.

„Fragen Sie mich.“

Der Agent betrachtete ihn.

„Das haben wir bereits.“

Maya erklärte Kara später, dass Daniel schon vor drei Wochen zur Bundesbehörde gegangen war, nachdem die gefälschten Rechnungen entdeckt worden waren.

Er hatte vollständigen Zugang zu den Konten gewährt, interne E-Mails übergeben und eine unabhängige Prüfung verlangt.

Nicht, weil er Angst hatte.

Weil er wollte, dass Liam keinen einzigen Winkel fand, in dem er sich verstecken konnte.

Die Ermittler hatten Liam beobachtet, durften ihn aber noch nicht festnehmen.

Die Beweise reichten für Finanzbetrug, jedoch nicht für den geplanten Angriff auf Kara.

Daniel hatte darauf bestanden, ihre Sicherheitsstufe zu erhöhen.

Kara erinnerte sich an seine ungewöhnliche Unruhe in den vergangenen Tagen.

An Marcus, der plötzlich öfter im Penthouse gewesen war.

An Daniel, der zweimal gefragt hatte, ob sie allein spazieren gehen müsse.

„Warum hast du mir nichts gesagt?“, fragte sie.

Daniel sah auf die roten Spuren an ihrem Hals.

„Weil ich dachte, wir hätten noch Zeit.“

In seiner Stimme lag keine Entschuldigung, die sich selbst schützen sollte.

Nur Schuld.

Kara hätte ihn anschreien können.

Ein Teil von ihr wollte es.

Doch Liam stand noch immer wenige Meter entfernt und beobachtete sie beide, hungrig nach jedem Riss zwischen ihnen.

Sie gab ihm keinen.

„Später“, sagte sie zu Daniel.

„Wir sprechen später darüber.“

Dann wandte sie sich an die Polizei.

„Ich möchte Anzeige erstatten.“

Liam lachte wieder, aber diesmal klang es leer.

„Du hast schon einmal mein Leben zerstört.“

Kara ging auf ihn zu, bis nur noch Marcus zwischen ihnen stand.

Ihre Knie zitterten.

Ihr Hals brannte.

Trotzdem hielt sie seinen Blick fest.

„Nein, Liam.

Ich habe damals überlebt.

Den Rest hast du selbst getan.“

Der Satz traf ihn härter als jede Drohung Daniels.

Die Beamten legten ihm Handschellen an.

Als sie ihn zur Tür führten, wandte er sich noch einmal um.

„Das ist nicht vorbei!“

Daniel machte einen Schritt vor, doch Kara berührte seinen Arm.

Sie wollte nicht, dass sein Zorn den letzten Eindruck dieses Tages bestimmte.

„Für heute schon“, sagte sie.

Liam wurde hinausgeführt.

Erst als die Tür hinter ihm zufiel, begann Kara zu zittern.

Daniel fing sie auf, bevor ihre Knie nachgaben.

Er hielt sie vorsichtig, als könnte jede falsche Bewegung sie zerbrechen.

Kara drückte das Gesicht gegen seinen Mantel und hörte sein Herz, schnell und hart unter dem Stoff.

„Ich wollte es dir heute Abend sagen“, flüsterte sie.